Berufsunfähigkeitsversicherung zu teuer? Für Handwerker und Co. gibt es Alternativen!

Berufsunfähigkeitsversicherung zu teuer? Für Handwerker und Co. gibt es Alternativen!

Für manche Berufsgruppen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung unbezahlbar. Für Handwerker und andere Risikogruppen gibt es allerdings Alternativen. Die Wahl könnte auf eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung, eine Grundfähigkeitsversicherung oder eine Dread Disease-Police fallen.

Ein 35-jähriger Handwerker bezahlt für die Absicherung seiner Arbeitskraft über die Berufsunfähigkeitsversicherung bis zum 67. Lebensjahr fast fünfmal so viel wie ein Akademiker. Mehr als 290 Euro im Monat werden für einen fällig, der schwer körperlich arbeitet. Ein Akademiker muss für diese Leistung – 1.500 Euro monatlich im Fall der Berufsunfähigkeit – nicht einmal 60 Euro bezahlen. Dies ergibt ein Vergleich der günstigsten BU-Tarife bei Verivox.

Tipp:

„Die Berufsunfähigkeitsversicherung sollte stets die erste Wahl sein. Bei zu hohen Beiträgen komplett auf die Versicherung zu verzichten, ist für Risikogruppen aber keine Alternative“, warnt Versicherungsmakler Andreas Deptalla (AVW, Stuttgart). „Es gibt Ausweichprodukte mit Sparpotenzial, auf die sie zurückgreifen können.“

Die Übersicht zeigt die Möglichkeiten für Handwerker und andere Arbeitnehmer in risikorelevanten Gruppen.

1. Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Mit einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung kann der Handwerker aus dem Beispiel seinen monatlichen Beitrag auf rund 50 Euro senken.

Achtung: Erwerbsunfähig ist derjenige, der nicht in der Lage ist, drei Stunden in irgendeinem Job zu arbeiten.

Ein Maurer mit einer Mörtel-Allergie, kann beispielsweise noch in einen anderen Beruf wechseln – ist in dem Fall berufs-, nicht aber erwerbsunfähig.

2. Grundfähigkeitsversicherung

Handwerker, Kraftfahrer, Pflegekräfte oder Beschäftigte in der Gastronomie können sich unabhängig vom Beruf ihre Grundfähigkeiten absichern. Hier passt laut Einschätzung von Versicherungsexperten das Verhältnis von Gehalt und Beitragszahlung meist besser zusammen als bei der BU – gerade bei den risikorelevanten Gruppen. Das Einsparpotenzial im Vergleich zur BU kann bis 40 Prozent erreichen, so dass der Beispielkunde Versicherungsschutz für rund 150 Euro im Monat bekommen kann.

Auslöser für die Leistung ist der Verlust der Grundfähigkeit durch Krankheit oder Unfall. Grundfähigkeiten sind je nach Definition – hier lohnt ein genauer Blick in die Versicherungsbedingungen – Sehen, Sprechen, Hören und Orientierungssinn sowie der Gebrauch der Hände, Bücken, Stehen, Treppensteigen oder geistige Grundfähigkeiten wie Konzentration, Auffassungsgabe, Gedächtnis und die Planung von zukünftigen Tätigkeiten. Manch Anbieter führt derartigen Versicherungsschutz unter dem Titel Körperschutzpolice.

3. Dread Disease-Policen

Eine Dread Disease-Versicherung bezahlt im Fall einer besonders schweren Krankheit. Welche Krankheiten den Leistungsfall auslösen, kann von Anbieter zu Anbieter variieren. Meist wird für den Eintritt der schweren Krankheit eine Auszahlungssumme von beispielsweise 100.000 Euro festgelegt. Basistarife gibt es für ca. 50 Euro im Monat.

Wichtig: Erkrankungen des Skeletts (Bandscheibe, Rücken, etc.) und psychische Krankheiten gehören normalerweise nicht zum Leistungsumfang von Dread Disease-Policen.

4. Multi-Risk-Versicherungen

Wer einen gefährlichen Beruf ausübt oder Vorerkrankungen aufweist, hat die Möglichkeit, sich mit einer Multi-Risk-Police auszustatten. Denn diese bietet eine Kombination aus Grundfähigkeitsversicherung, Dread Disease und Schutz für den Pflegefall.

Bei Multi-Risk-Versicherungen bestehen gravierende Unterschiede schon in der Definition des Leistungsfalls. Je nachdem, ob die Tarife nach Art der Sachversicherung oder der Lebensversicherung gestaltet sind, gibt es auch erhebliche Unterschiede bei Beitragsanpassungs- oder Kündigungsrechten. Die monatlich zu zahlenden Prämien liegen bei den günstigeren Tarifen nach Art der Sachversicherung schon bei unter 30 Euro. Für umfassenderen Schutz, der nach Art der Lebensversicherung kalkuliert wurde, können mehr als 70 Euro im Monat fällig werden.

Auf alle Fälle gilt: Die Berufsunfähigkeit hat bei der Auswahl stets Priorität. Wer hier vom Versicherer aber abgelehnt wird oder die fälligen monatlichen Beiträge nicht zahlen kann, sollte sich nach Alternativen umschauen.

Tipp:

Wer seine Berufsunfähigkeitsversicherung früh abschließt, kann viel sparen. Mit Zuschlägen, Ausschlüssen und weiteren Klauseln ist meist erst nach dem 20. Lebensjahr zu rechnen.

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